3D-Fernsehen ohne Brille

3D Fernsehen ohne BrilleAb Dezember 2011 ist er – wenn auch nicht für jeden erschwinglich – auch in Deutschland erhältlich: Der 3D-Fernseher, dessen Zuschauer keine Brille benötigt, um der Illusion der Raumsicht auf dem Schirm zu erliegen. Die eigentliche Idee entstammt jedoch bereits den 1950er Jahren.



3D-Fernseher ohne Brille sind auf dem Markt

Auf der IFA 2011 ist ein großformatiger 3D-Fernseher vorgestellt worden, der bewusst ohne 3D-Brillen an den Verbraucher abgegeben werden kann. Es ist ein LCD-Gerät, welches über LED-Hintergrundbeleuchtung verfügt und bis zu neun Betrachtern gleichzeitig den 3D-Effekt vermittelt. Die Auflösung von 2.160 x 3.840 Pixeln wird auf neun Bereiche je 720 x 1.280 Bildpunkte aufgeteilt. Die Sitzpositionen der einzelnen Zuschauer werden durch eine integrierte Kamera ermittelt – so können auch unterschiedlichste Perspektiven berücksichtigt werden. Das Bild wird somit unabhängig davon geregelt, ob Personen vorne oder hinten, rechts oder links Platz nehmen. Das LCD-Panel kann sich nämlich durch die sogenannte “Face-Tracking-Technologie” dynamisch bewegen. Die Technologie für diese Art Fernseher basiert auf den sogenannten “stereoskopischen” Prinzipien. Gleichzeitig werden vom Fernseher aus Perspektiven für die linken und die rechten Augen der Betrachter übertragen. Auch zweidimensionale Inhalte können präsentiert werden: Hierbei wird die 3D-Voreinstellung deaktiviert, jedoch auch diese Bilder werden in hochqualitativer HD-Qualität übertragen. Ebenfalls können so Bilder, die zuvor mit einer 8-Megapixel-Kamera produziert wurden, sehr detailreich auf diesem Bildschirm dargestellt werden. Es gibt sicherlich auch günstigere 3D-Fernseher, die ohne Brille auskommen – bei diesen jedoch wird (ohne Gesichtserkennung) der spezielle Raumeffekt nur einer einzelnen Person vermittelt, nämlich jener, die sich genau in der Mitte vor dem Gerät befindet. Ähnliches ist auch schon bei Spielkonsolen erreicht worden. Zweidimensional aufgenommene Filme können jedoch nicht dreidimensional auf einem Bildschirm dargestellt werden – Versuche, dies zu tun, sind mit einem auffällig unnatürlichen Effekt beim Zuschauer verbunden.

Allein an 3D-Filmen für das Wohnzimmerkino mangelt es noch

Um einen Film zu produzieren, der der oben skizzierten Technik gerecht wird, ist ein gewisser Aufwand erforderlich. Hierzu wird ein neuartiges System aus vier Kameras verwendet, die in ihren Winkeln und Positionen gleich eingestellt sind – die optischen Achsen sind hierbei parallel. Alle Objektive haben dieselbe Brennweite und die Brennpunkte liegen auf einer einheitlichen Stereobasis. Ein Rechner richtet die vier Kameras jeweils auf dieselben Objekte aus und positioniert sie auch in ihrem Verhältnis zueinander entsprechend. Ungenauigkeiten können hier mit digitalen Zooms ausgeglichen werden. Dies bereitet auch den Weg für Live-Übertragungen, die dreidimensional durchgeführt werden.

Die Idee der 3D-Filme ist gleichzeitig aktuell und historisch

Mehrere europäische TV-Satelliten übertragen 3D-Kanäle, vor allem Fernsehketten in Deutschland und Großbritannien verfügen hier über einen 3D-Event-Kanal mit Kinofilmen, Shows und Sport. Seit den 1950er Jahren sind in der Kinoindustrie 3D-Filme bereits bekannt. Hiermit wollte man seinerzeit trotz der aufkommenden Verbreitung der ersten Fernsehgeräte Kunden noch für Kinofilme begeistern. Es ging damals um Schwarz-Weiß-Filme, die stereosynchron produziert worden waren und im Kino mit einer speziellen Brille betrachtet werden konnten. Rund fünf Jahrzehnte später führten die Kinos eine digitale 3D-Technik ein; das räumliche Bild wird hier weit höher aufgelöst und in Farbe den Brillennutzern vermittelt. Fernsehgerätehersteller arbeiten ebenfalls generell bereits mit dieser Technik, allein die Fernseher ohne Brillengebrauch können und werden zukünftig noch optimiert.

Bild: Günter Slabihoud – Fotolia

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